FrameNet des Deutschen

  • Speakers can be said to know the meaning of the word only by first understanding the background frames that motivate the concept that the word encodes. Within such an approach, words or word senses are not related to each other directly, word to word, but only by way of their links to common background frames and indications of the manner in which their meanings highlight particular elements of such frames.
  • ~ Fillmore/Atkins 1992: 76

Willkommen zum „FrameNet des Deutschen“!

Das „FrameNet des Deutschen“ ist ein frame-basiertes digitales Lexikon für Wörter und feste Mehrworteinheiten des Deutschen. Es ist nach dem Vorbild des Berkeleyer FrameNet entstanden und wird stetig mit dem Ziel erweitert und modifiziert, Bedeutungsstrukturen im Grundwortschatz der deutschen Gegenwartssprache möglichst umfassend zu identifizieren und zu beschreiben. Das FrameNet-Repositorium wächst fortlaufend und stellt alle bislang validierten Frames in strukturierter Form bereit; aktuell umfasst es ungefähr 1.22o Frames:

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Bausteine des Repositoriums sind semantische Frames: abstrakte Bedeutungsstrukturen, die den Bedeutungen einzelner Wörter und Mehrworteinheiten zugrunde liegen. Wort-Bedeutungspaare, so genannte Lexikalische Einheiten (LE), werden mithilfe von semantischen Frames hinsichtlich ihrer Bedeutungsähnlichkeit beschrieben. Bedeutungsähnliche LE ‚evozieren‘ denselben Frame, d.h., deren lexikalische Bedeutung ist jeweils durch denselben Frame motiviert. Theoretische Grundlage der Beschreibung bildet die insbesondere durch Charles J. Fillmore für die Linguistik entwickelte Frame-Semantik.

Anders als ein traditionelles Wörterbuch folgt FrameNet keinem alphabetischen Ordnungsprinzip. LE stehen nicht unvermittelt nebeneinander, es sind vielmehr Frames, die die semantische Ordnungsstruktur vorgeben. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Der Wortschatz ist einerseits dadurch strukturiert, dass bedeutungsähnliche LE denselben Frame evozieren, andererseits stehen auch Frames in Beziehungen zueinander. Sie sind durch Frame-zu-Frame-Relationen  miteinander verknüpft und bilden somit ein semantisches Netzwerk, das abstrakte Bedeutungsstrukturen im Wortschatz des Deutschen repräsentiert.

Grundlage für das FrameNet des Deutschen ist die übersetzte und manuell überarbeitete, korrigierte und ergänzte Version 1.7 des Berkeleyer FrameNet. Übersetzt wurden zunächst die Namen und Definitionen der Frames und Frame-Elemente sowie die in den Frame-Einträgen zur Illustration enthaltenen Beispiel-Belegstellen. Auf dieser Grundlage sollen im weiteren Verlaufe des Projekts sukzessiv neue Daten erhoben, annotiert und ausgewertet werden, um den Besonderheiten des deutschen Grundwortschatzes Rechnung zu tragen.

Das „FrameNet des Deutschen“ ist als partizipatives Projekt angelegt: Framesemantisch arbeitende Linguistinnen und Linguisten haben die Möglichkeit, selbst Belegstellen im AnnotationTool zu annotieren und die zu einem Eintrag aufbereiteten Analyseergebnisse im „FrameNet des Deutschen“ nach einer Validierung zu veröffentlichen. Ein Zugang zum System kann im Kontaktformular beantragt werden.

Erfahren Sie mehr über Zielsetzungen, den methodischen Zugang und die Analyse-Tools.