Konstruktikon des Deutschen

  • [I]nsights into the mechanics of the grammar as a whole can brought out most clearly by the work of factoring out the constituent elements of the most complex constructions.
  • ~ Fillmore 1988: 36

Willkommen zum „Konstruktikon des Deutschen“!

Das „Konstruktikon des Deutschen“ ist das erste digitale Lexikon für grammatische Konstruktionen des Deutschen. Es wird ständig erweitert mit dem Ziel, für das zeitgenössische Standarddeutsch möglichst umfassend grammatische Konstruktionen zu identifizieren und zu beschreiben, die in der Regel weder in (Referenz-)Grammatiken noch in Wörterbüchern dokumentiert sind. Hierzu gehört eine große Vielzahl von teilweise schematischen, teilweise lexikalisch spezifizierten Einheiten, die im Übergangsbereich zwischen Lexikon und Grammatik liegen.

Das „Konstruktikon des Deutschen“ ist ein strukturiertes, digitales Repositorium grammatikographisch ermittelter Konstruktionen (Form-Bedeutungspaare unterschiedlichen Abstraktionsgrades), das fortlaufend wächst und alle bislang validierten Konstruktionen in strukturierter Form bereitstellt:

Konstruktikon des Deutschen

Das Repositorium hat den Zweck, semantische, pragmatische und syntaktische Eigenschaften grammatischer Konstruktionen, einschließlich einzelfallspezifischer Besonderheiten, zu dokumentieren und zu illustrieren. Konstruktionen werden dabei nicht als autonome Einheiten begriffen, sondern vielmehr hinsichtlich ihrer Beziehungen zu benachbarten Konstruktionen ausgewiesen und erläutert. Dies eröffnet einen neuen Blick auf semantische Strukturierungsprinzipien der Grammatik. Konstruktionen werden als integrierter Teil eines Netzwerks von Konstruktionen begriffen. Im Konstruktikon werden diese Zusammenhänge zwischen Konstruktionen mittels semantischer Relationen ausgewiesen. Die Relationen können durch den ConstructionGrapher visualisiert und für weitere Forschungszwecke genutzt werden.

Konzeptionell steht das Konstruktikon des Deutschen in der Tradition des Berkeleyer FrameNet Constructicon (Fillmore et al. 2012). Das Projekt steht in engem Austausch mit ähnlichen Vorhaben in anderen Sprachen, so insbesondere zum brasilianischen Portugiesisch (Prof. Tiago Torrent), zum Japanischen (Prof. Kyoko Hirose Ohara), Schwedischen (Prof. Ben Lyngfelt) und Russischen (Prof. Laura Janda et al).

Das „Konstruktikon des Deutschen“ ist auch als partizipatives Projekt angelegt: Konstruktionsgramatisch arbeitende Linguistinnen und Linguisten haben die Möglichkeit, selbst Belegstellen im AnnotationTool zu annotieren und die zu einem Eintrag aufbereiteten Analyseergebnisse im „Konstruktikon des Deutschen“ nach einer Validierung zu veröffentlichen. Ein Zugang zum System kann im Kontaktformular beantragt werden.

Erfahren Sie mehr über Zielsetzungen, den methodischen Zugang und die Analyse-Tools.