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Kooperationen

DAAD-Projekt mit FrameNet Brasil

Vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2019 wird vom DAAD das Forschungsprojekt Comparing semantic frames and grammatical constructions across languages: from linguistic analyses and multilingual resources to machine translation finanziert. In der Förderlinie „Programm Projektbezogener Personenaustausch“ wird eine enge Kooperation mit dem Brasilianischen Projektpartner „BrasilFrameNet“ in Juiz de Fora und dem Übersetzungswissenschaftler Prof. Dr. Oliver Czulo (Universität Leipzig) finanziert.

Im Mittelpunkt steht der fachliche Austausch mit dem Ziel, für verschiedene Sprachen digitale, online verfügbare Repositorien zur Beschreibung von lexikalischen und grammatischen Strukturen unter Berücksichtigung von kontrastiven Aspekten aufzubauen. Der Prototyp ist das Berkeleyer FrameNet, eine Datenbank miteinander verbundener semantischer Konzepte des Englischen. Das Projekt eruiert, erprobt und implementiert Möglichkeiten, das FrameNet des Deutschen (www.german-framenet.de) und Konstruktikon des Deutschen (www.german-constructicon.de) mit entsprechenden Repositorien zum brasilianischen Portugiesisch zu verbinden.

Trotz verstärkter Forschung in den letzten Jahren (vgl. Lyngfelt et al. 2018) bleiben zahlreiche methodologische und praktische Fragen zu Abweichungen von nicht-englischsprachigen FrameNets noch unbeantwortet. Dieser Herausforderung stellt sich das DAAD-Projekt durch Gegenüberstellungen des Brasilianisch-Portugiesischen und Deutschen. Im Fokus des zweijährigen Projekts stehen dabei insbesondere

  • kontrastiv-vergleichende Aspekte, etwa die Identifzierung und Beschreibung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Konstruktionen bzw. Frames im brasilianischen Portugiesisch und dem Deutschen;
  • translatorischen Wechselwirkungen zwischen Frames und Konstruktionen in verschiedenen Sprachen;
  • der technisch-infrastrukturelle Aufbau eines Repositoriums, unter denen Sprachdaten für einen Sprachvergleich auf der Ebene von Frames und Konstruktionen erstellt werden können.

Kooperierende FrameNet- & Konstruktikon-Projekte

Berkeley FrameNet & das FrameNet Constructicon


Das Berkeley FrameNet ist eine computerbasierte lexikographische Datenbank der University of California, Berkeley, die 1997 von Charles J. Fillmore ins Leben gerufen wurde. Sie stellt semantische und syntaktische Eigenschaften sowie Kombinationsmöglichkeiten von lexikalischen und phrasalen Einheiten des Englischen bereit. Ihr Fokus liegt auf der Erfassung des englischen Alltagswortschatzes.

Das Berkeley FrameNet Constructicon ergänzt das FrameNet um grammatische Konstruktionen und stellt damit eine Erweiterung der Datenbank dar.

An der stetigen Weiterentwicklung des Projekts sind und waren u. a.  Collin F. Baker,  Josef Ruppenhofer und  Michael Ellsworth maßgeblich beteiligt. Auch für das deutsche Konstruktikon sind sie wichtige Kooperationspartner.

SweCcn – das schwedische Konstruktikon


Mit dem SweCcn stellen Benjamin Lyngfelt et al. eine elektronische Datenbank für Konstruktionen des Schwedischen bereit, die für linguistische, lexikographische und didaktische Zwecke genutzt werden kann.

Dabei setzen Sie den Schwerpunkt auf Konstruktionen, die für den Zweitspracherwerb (L2) relevant sind. Außerdem versucht das Team, Tools zu entwickeln, die eine automatische Identifikation von Konstruktionen ermöglichen.

Das Konstruktikon entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem schwedischen FrameNet und verbindet Konstruktionsgrammatik, Lexikographie und Sprachtechnologie auf ähnliche Weise. Daneben berücksichtigt es auch die schwedische Lexikographie-Tradition.

Japanisches FrameNet und Konstruktikon

Das japanische FrameNet-Projekt (JFN) hat zum Ziel, analog zum Berkeleyer FrameNet eine Sprachressource zum Japanischen aufzubauen. Das japanische FrameNet-Projekt wurde im Juli 2002 maßgeblich durch Koyko Hirose Ohara initiert, finanziert durch Mittel des japanischen Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) und der Keio University.

JFN kooperiert eng mit dem Berkeleyer FrameNet-Projekt. Das übergeordnete Ziel von JFN ist es, eine Datenbank mit lexikalischen Einheiten des Japanischen im FrameNet-Stil zu erstellen. Die Datenbank umfasst Valenzbeschreibungen zu lexikalische Einheiten sowie eine Sammlung von annotierten Korpusbelegen. Eine zentrale Fragestellung betrifft die Bestimmung von Möglichkeiten und Grenzen des frame-semantischen Ansatzes für die Analyse des japanischen Lexikons. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, typologischen Unterschiede zwischen Lexikalisierungsmustern im Japanischen und Englischen Rechnung zu tragen.

FrameNet Brasil – ein FrameNet und Konstruktikon für das brasilianische Portugiesisch


Das FrameNet Brasil Projekt zielt auf die Erstellung eines FrameNet- und Konstruktikon-Repositorium für das brasilianisches Portugiesisch. Geleitet von Tiago Torrent, verbindet es IT-Lösungen mit natürlicher Sprachverarbeitung (NLP) und basiert wie das deutsche und das schwedische Konstruktikon auf den theoretischen Grundlagen von Frame-Semantik und Konstruktionsgrammatik.

Mit der Identifizierung, Analyse und Annotation von grammatischen Konstruktionen erweitert das Projekt das Berkeley FrameNet. Es wird in Zusammenarbeit mit dem Swedish FrameNet sowie dem Berkeley FrameNet entwickelt. Bisher wurden unter anderem die Konstruktionsfamilien des para-Infinitivs und die Familie der multi-lexemischen Quantifikatoren im Detail erarbeitet. Übergreifend verfolgt FrameNet Brasil folgende Ziele: (a) Beschreibung und Modellierung von Mehrwort-Ausdrücken mit Mitteln der Computerlinguistik, Konstruktionsgrammatik und Kognitiver Linguistik, um eine gemeinsame Basis für die Entwicklung von NLP-Lösungen zu definieren; (b) Etablierung von Annotationsstandards für Konstruktionen aus einer multilingualen Perspektive; (c) Integration der Konstruktikon-Datenbank in das FrameNet Brasil, sodass Lexikalische Einheiten und frame-evozierende Konstruktionen über dieselbe Online-Ressource abgerufen werden können; (d) Gegenüberstellung portugiesischer, englischer, schwedischer und deutscher Konstruktionen.

Kooperierende verwandte Projekte

 

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)  

Leitung der Arbeitsstelle DWDS: PD Dr. Alexander Geyken

Zentrum für Digitale Lexikographie, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin

 

German Frame-Based Online Dictionary (G-FOL)

Leitung: Prof. Dr. Hans C. Boas

University of Austin/Texas, USA

 

Linguistic Terminology Net (LingTermNet)

Das LingTermNet ist ein ein konzeptionell verwandtes Vorgängerprojekt zu „Frames und Konstruktionen des Deutschen“. Es wird von Prof. Dr. Alexander Ziem geleitetet unter der Mitwirkung von Anastasia Neumann-Schneider verwirklicht.

Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

 

Usuelle Wortverbindungen

Leitung: Dr. Kathrin Steyer

Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

 

Verben und Argumentstruktur

Leitung: Dr. Kristel Proost

Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Affiliierte Personen

Dr. Collin Baker
Dr. Collin Baker

ICSI, Berkeley, USA

Prof. Dr. Hans C. Boas
Prof. Dr. Hans C. Boas

University of Austin/Texas, USA

Prof. Dr. Oliver Czulo
Prof. Dr. Oliver Czulo

Universität Leipzig

PD Dr. Alexander Geyken
PD Dr. Alexander Geyken

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin

Prof. Dr. Laura Janda
Prof. Dr. Laura Janda

Universität Tromsø, Norwegen

Prof. Dr. Alexander Lasch
Prof. Dr. Alexander Lasch

Universität Dresden

Prof. Dr. Benjamin Lyngfelt
Prof. Dr. Benjamin Lyngfelt

Universität Göteborg, Schweden

Prof. Dr. Kyoko Hirose Ohara
Prof. Dr. Kyoko Hirose Ohara

Keio Universität, Tokio, Japan

Dr. Florent Perek
Dr. Florent Perek

Universität Birmingham

Dr. Miriam Petruck
Dr. Miriam Petruck

ICSI, Berkeley, USA

Dr. Thomas Schmidt
Dr. Thomas Schmidt

IDS, Mannheim

Dr. Kathrin Steyer
Dr. Kathrin Steyer

IDS, Mannheim

Prof. Dr. Tiago Torrent
Prof. Dr. Tiago Torrent

Universität Juiz de Fora, Brasilien