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Analyse von Frames

Die empirische Grundlage der Beschreibung von Frames und der Eigenschaften von Lexikalischen Einheiten (LE), also Wort-Bedeutungspaaren, bilden syntaktische und semantische Annotationen authentischer, aus Korpora gewonnener Belegstellen. Die wichtigsten Analysekategorien sind die LE selbst sowie die von ihr syntaktisch abhängigen Phrasen, die als Instanzen von framespezifischen semantischen Rollen, so genannten Frame-Elementen (FE), dokumentiert werden.

Der erste Schritt der Analyse besteht in der Identifizierung der Lexikalischen Einheit (LE) in einem Satz. Die LE ist der Zielausdruck (Target), der einen Frame evoziert, weshalb LE auch als frame-evozierende Elemente (FEE) bezeichnet werden. So evozieren etwa in Sätzen wie Ich gebe dir meinen Mantel oder Ich spende dir diese Jacke die LE geben bzw. spenden den Geben-Frame. Die von einer LE syntaktisch abhängigen, d.h. zu ihrem Valenzrahmen gehörenden Phrasen sind Instanzen von Frame-Elementen (FE).

GFN unterscheidet wie das Berkeley FrameNet zwischen zwei Typen von FE:

  • Kern-Frame-Elemente (Kern-FE) sind solche, die wesentlich für die Bedeutung eines Frames sind und diesen von anderen Frames unterscheiden. Der Frame Geben enthält z. B. die Kern-FE Geber, Empfänger und Objekt.
  • Nicht-Kern-Frame-Elemente (Nicht-Kern-FE) sind solche, die nicht wesentlich für die Bedeutung eines Frames sind und in Frames unterschiedlichster Art gleichermaßen vorhanden sein können. Nicht-Kern-FE enthalten i.d.R. Informationen über Zeit, Ort oder Art und Weise einer Handlung. Der Frame Geben enthält z. B. die Nicht-Kern-FE Umstände, Spezifikation, Erklärung, Auferlegter_Zweck, Art_und_Weise, Mittel, Iterationszeitraum, Ort, Zweck und Zeit.